Gottes Haus für Falke und Fledermaus

Seit mehreren Jahren finanziert die Naturschutzstiftung – Niederrhein (NSN) das Projekt "GottesHaus für Fledermaus". Im Rahmen dieses Projektes untersuchten die Dipl. Biologen Regina Müller und Paul Schnitzler der Biologische Station im Kreis Wesel (BSKW) das Kirchendach der evangelischen Kirche in Voerde –Spellen. Sie fanden zwar keine Fledermäuse, doch ein Turmfalkenpaar bekundete Interesse an diesem Kirchendach.

In diesem Frühjahr (2013) erlaubte die Kirchengemeinde das Anbringen eines Brutkastens für die interessierten Turmfalken und die gleichzeitige Installation einer Webcam.

Ende April hatte das Turmfalkenpaar den Nistkasten als Brutmöglichkeit angenommen und bebrütete ihre vier Eier bis zum 15. Juni. Dann wurde das Gelege leider verlassen. Bei befruchteten Turmfalken-Eiern erfolgt der Schlupf der Küken nach 28 – 31 Tagen. Diese Zeit war seit dem Beginn der Brutzeit um über 2 Wochen überschritten, so dass die Eier vermutlich nicht befruchtet waren und deshalb aufgegeben wurden. Beim Durchleuchten bestätigte sich dieser Verdacht.

Durch eine Webcam konnten die Brutversuche des Turmfalken und anschließend der Wildtauben beobachtet werden.

Eine großzügige Spende der Bürgerstiftung der Sparkasse Dinslaken – Voerde – Hünxe machte die Finanzierung möglich. Die Vertreter der Sparkasse überreichten ihre Spende im März vor der ev. Kirche in Voerde – Spellen, so dass die Biologen früh genug die Brutmöglichkeit herrichten und den Greifvögeln anbieten konnten
Foto aus: Der Voerderer

links vom Banner: die Vertreter der Sparkasse DIN – Voerde – Hünxe Frank Steenmanns und Jürgen Stackebrandt (Vorsitzender des Kuratoriums der Bürgerstiftung der Sparkasse)

rechts vom Banner: Hannelie Steinhoff (Vorstand NSN), Dipl. Biologe Paul Schnitzler (BSKW), Dr. Wilhelm Podlatis (Vorstand NSN)

Zum Projekt

Kulturfolgende Tierarten haben es nicht leicht in unserer Zeit. Durch Maßnahmen zur Wärmedämmung oder Sorgen vor Gebäudeschäden reduzieren sich die Verstecke und Quartiere von Gebäude bewohnenden Tierarten trotz des gesetzlichen Schutzes mehr und mehr.

Um diesen Sachverhalt wissend, wurde im August 2005 das Projekt „Gottes Haus für Fledermaus“ auf den Weg gebracht. Im Fokus dieses Projekts standen und stehen die Fledermäuse, von denen nahezu alle Arten in Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen.

Unausgebaute Dachböden oder Kirchendächer sind oft ideale Quartiere für Fledermäuse. Sie bieten nicht nur die entsprechenden klimatischen und strukturellen Bedingungen, sondern werden nicht oder nur wenig vom Menschen genutzt.

Im Kreis Wesel gibt es über 170 Kirchen und Kapellen, von denen ein großer Teil zur Durchführung des Projektes geeignet ist. Unter dem Motto „Schöpfung bewahren“ – „Lebensraum schaffen“ haben sich etliche Pfarreien und kirchliche Gruppen von der Projektidee anstecken lassen und haben in den vergangenen Jahren etwa 50 Kirchen im Kreis Wesel auf ihre Eignung für das Projekt besuchen und begutachten lassen.

Etwa 20 Kirchen wurden mittlerweile mit Öffnungen und Versteckkästen für Fledermäuse hergerichtet. Noch „warten“ also rund 120 Kirchen oder Kapellen auf einen ersten Besuch und die dann hoffentlich folgende Umsetzung des Projekts. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass es kaum eine Kirche gibt, die für die Umsetzung im Rahmen des Projektes ungeeignet ist, unabhängig von ihrem Alter. Wie zum Beginn des Projektes erhofft, hat sich die Idee inzwischen aus der Kirche auch auf weitere Gebäude, etwa Schulen, Bauernhöfe, private Keller und Dächer verbreitet. Bei konkretem Interesse werden auch zukünftig solche Objekte in das Projekt integriert, allerdings nicht gezielt „beworben“.

Besonders wichtig ist die Öffentlichkeitsarbeit rund um das Thema “Tierische Untermieter auf unserem Kirchendach”, denn wie sonst kann die Projektidee aus der Kirche (Gotteshaus) in die Gemeinde (Gottes Haus) transportiert werden? Aus diesem Grund soll zukünftig in jeder Kirche (Schule, Gemeindezentrum etc.), in der das Projekt umgesetzt werden konnte, eine kleine Ausstellung über den Projektansatz informieren.
Foto aus: Der Voerderer

Die Bürgerstiftung der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe hat für die Weiterführung des Projektes 3.900 € zur Verfügung gestellt. Der Startschuss ist nun quasi die Installierung einer Webcam als erste Investition aus dieser Fördersumme.

Diese Webcam soll zukünftig besonders interessante Aspekte des Lebens auf dem Kirchendach sichtbar machen, so dass die Gemeindemitglieder über das Internet ohne Störung bei den Kirchendachbewohnern vorbeischauen können. Vielleicht können damit auch Menschen für den Artenschutz sensibilisiert oder bestenfalls sogar aktiviert werden, die bisher noch nie einen Zugang dazu hatten.

Geplant ist, dass die Webcam „auf Wanderschaft“ im Fördergebiet der Sparkasse Din – Voerde – Hünxe geht und noch viele Erkenntnisse für die Biologen und die Interessierten Bürger ermöglicht.

Wir danken den Vertretern der Bürgerstiftung der Sparkasse Dinslaken – Voerde – Hünxe und der ev. Kirchengemeinde in Voerde – Spellen für Weitblick und Sensibilität beim Thema Artenschutz.

Anschrift

Naturschutzstiftung Niederrhein
im Naturschutzzentrum Wesel
Freybergweg 9

46483 Wesel

Kontakt

Tel. 0 20 64 - 56 737
oder
Tel. 0 20 64 - 51 904

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