Lebensraum Wiesen und Wegraine - eine Bestandsaufnahme

In der jüngeren Vergangenheit sind viele artenreiche Wiesen und Saumbiotope mit ihren Blühpflanzen durch Überdüngung oder Pflanzenschutzmitteleinsatz aus der Landschaft verschwunden.

© 2011 Podlatis | Aurora Falter auf Wiesenschaumkraut

© 2011 Podlatis | Aurora Falter auf Wiesenschaumkraut

Eutrophierend (überdüngend) wirken sich z.B. Mulchmaßnahmen aus, wenn Wegraine und Säume lediglich gemäht werden. Das Mahdgut wird beim Mulchen nicht abgeräumt und verbleibt so „verdämmend“ auf der Fläche. Mit dem daraus entstehenden Verlust der Blütenpflanzen verschwinden dann auch nach und nach die auf diese Pflanzen angewiesenen Schmetterlings- und Wildbienenarten, wie es die neuen Roten Listen deutlich machen.

Oft ist auch der Verluste kleiner Wegrandstrukturen, die für die Vermehrung der Insekten wichtig sind, Ursache für Rückgangstendenzen. Viele Wildbienen und Wespen benötigen sandige Rohböden. Das sind entweder offene unbewachsene Stellen am Boden, von der Sonne beschienene abgestorbene Äste und Bäume (Totholz) am Waldrand oder kleine Bracheflächen, die unbewirtschaftet bleiben.

Artenreiche Wiesen im Kreis Wesel

© 2011 Verbücheln | Artenreiche Deichwiese

© 2011 Verbücheln | Artenreiche Deichwiese

Im Kreis Wesel sind artenreiche Wiesen selten geworden. Noch vorhandene Wiesen, oft auf alten Deichen, sind hochgradig schutzwürdig.

Neben ihrer Bedeutung für das Landschaftsbild ist ihr Blütenreichtum besonders für Schmetterlinge, Bienen und Hummeln überlebenswichtig.

Gerade im dörflichen und städtischen Bereich gilt es, vorhandenes Funktionsgrünland in diesem Sinne aufzuwerten.

Die Naturschutzstiftung Niederrhein möchte helfen, durch Beratung oder Bereitstellung geeigneten Saatgutes artenreiche Wiesen zu erhalten oder wieder herzustellen.

So können auch Gartenbesitzer erfahren, wie sie durch die Wahl einheimischer Wildpflanzen, die Anlage kleiner artenreicher Wiesen und durch das Aufhängen so genannter „Bienenhotels“ ihren Beitrag leisten können.

Wir zeigen Ihnen gerne, welchen Beitrag Sie dazu leisten können.

Schreiben Sie uns eine E-Mail an: info@naturschutzstiftung-niederrhein

Hier können Sie sich weitergehend informieren:

Wildpflanzen im Porträt der Natur- und Umweltakademie NRW

http://www.nua.nrw.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/wildpflanzen.pdf

Eine Information des Vereins Naturgarten eV

http://www.naturgarten.org/naturgarten-ev.html

Literaturhinweis für alle, die sich intensiver mit dem Thema Wildblumenwiesen befassen wollen hier eine Empfehlung:

“Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten; Kräuter, Stauden und Sträucher; Für Jahrzehnte erfolgreich gärtnern” von Reinhard Witt; 4. Auflage, 2015; ISBN978-3-00-023586-3